Sport-und
Vereinsheim
"SEERÄUBERSCHENKE"
Bauleitung:
Gotthard
Rauch
Die Idee für
den Bau eines Rasensportplatzes wurde im Sommer 1978 geboren. Der Hauptgrund
war der Zustand und die Ausmaße unseres Bolzplatzes ÑIm Sommerhauì, zumal
dieser auch noch als Festplatz für die Kartunger Vereine zur Verfügung
stehen mußte.
Es erfolgten dann die internen Besprechungen der 3 Kartunger
Vereine und die ersten Gespräche mit der Gemeindeverwaltung und den Gemeinderäten.
Eine Situationsbeschreibung erging sodann in schriftlicher Form an den Bürgermeister
und den Gemeinderat der Stabsgemeinde Sinzheim.
Die Suche nach einem geeigneten Gelände konnte recht
bald am heutigen Standort erfolgreich abgeschlossen werden, weil der damalige
Pächter dieses Gemeindegrundstückes, Gemeinderat Erich Boos, spontan
das Gelände zur Verfügung stellte.
Es wurde unverzüglich die erste Arbeitssitzung einberufen, da man vor Wintereinbruch
noch einige Vorarbeiten ausführen wollte. Die größten Herausforderungen
dabei waren der Höhenunterschied des Geländes von 1,50 m und
die Entwässerung zum Fußgraben.
Die Arbeiten haben wir im Frühjahr 1979 unterbrochen, weil die Trassierung
der geplanten Rheintalstraße unser Sportplatzgelände tangiert hätte.
Diese Pläne wurden dann im Spätjahr vom Regierungspräsidium aufgegeben,
und so ging der Sportplatzbau Ende Oktober 1979 wieder weiter.
Im Frühjahr und Sommer 1980 war dann mit unzähligen Arbeitseinsätzen
der Sportplatzbau soweit fortgeschritten, daß wir den Platz am Samstag,
den 27. September 1980 einsäen konnten. Unser
erstes Etappenziel war erreicht.
Im Frühjahr 1981 wurde die Oberflächenentwässerung mit Drainagegraben
rund um den Sportplatz ausgeführt.
Während des ersten Sommers 1981 erforderte der Rasenplatz sehr viel
Pflege und Unterhaltungsarbeiten.
Ende Juli 1981 haben wir am Seligsteinbruch 2 Holzhäuser des Südwestfunks
aus der Serie ÑDie Römer in Badenì abgebaut, welche zum damaligen Zeitpunkt
als Funktionsgebäude, statt des heutigen Vereinsheimes, entlang des Sportplatzes
wieder aufgebaut werden sollten.
Im Laufe des Spätjahres wurden die Böschungen um den Sportplatz angelegt.
Eingesät wurden sie im Frühjahr 1982.
1982 wurde ein neuer Pachtvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen. Gleichfalls
schlossen die 3 Kartunger Vereine untereinander eine Vereinbarung über
das weitere Vorgehen der Arbeiten und die Finanzierung der gesamten Anlage.
Folgende Arbeiten wurden 1982 außer den laufenden Unterhaltungsarbeiten
ausgeführt:
-Ý Straßenbordsteine entlang der gesamten Anlage gesetzt
-Ý Rasenbordsteine entlang der Böschung am Parkplatz und für die Einfassung
der Pflanzbeete gesetzt
-Ý Angleichung der Straße und Böschungen an dieselben
-Ý Entwässerung der Straße und des Parplatzes
-Ý Stromkabel für Straßen und Parkplatzbeleuchtung wurden verlegt
-Ý Parkplatzunterbau wurde eingebaut sowie die Beete bepflanzt
Diese Arbeiten konnten alle mit dem letzten Großeinsatz am 4. Dezember
1982 erledigt und abgeschlossen werden. Unbedingt zu erwähnen wäre,
daß am Sonntag, den 11. Juli 1982 das erste Training auf unserem neuen
Sportplatz stattfand. Am selben Tag war auch das WM-Endspiel Deutschland gegen
Italien.
Ebenfalls muß erwähnt werden, daß bei einer Besprechung vor
Ort einstimmig beschlossen wurde, daß das an der Längsseite des Sportplatzes
geplante Vereinsheim aus mehreren Gründen an die Ostseite umgeplant werden
soll, damit es zwischen Sportplatz und künftiger Festplatz steht.
Die gemeinsamen Gespräche der Wintersitzungen ergaben folgenden Arbeitsplan
für 1983:
-Ý Auftragen des Felsensandes auf die Parkplätze
-Ý Einsäen der Böschungen an den ausgebesserten und neu aufgefüllten
Flächen
-Ý Erstellen eines provisorischen Zaunes entlang des Sportplatzes am Fußgraben
-Ý 3 Holzbrücken über den Fußgraben bauen
-Ý Sportplatz einmessen und Tore und Eckfahnen anbringen
-Ý Alle Vorbereitungen für die Einweihung des Sportplatzes sollen getroffen
werden .
Die für 1983 geplanten Arbeiten konnten alle wieder in eigener Regie fristgerecht
durchgeführt werden.
Die Sportplatzeröffnung mit einem kleinen Fest war ein riesiger Erfolg
für alle Kartunger.
Vom Dezember 1983 bis Anfang März 1984 wurde dann im Auftrag des Abwasserzweckverbandes
das auf dem heutigen Festplatz errichtete Klärabsetzbecken rekultiviert,
nachdem im Sommer 1983 die Gemeinschaftskläranlage ihren Betrieb aufnahm.
Im Jahre 1984 stand dann der Ausbau des Festplatzes im Mittelpunkt der Arbeiten.
Der Eingangsbereich wurde gepflastert, der eigentliche Festplatz wurde im Unter-
und Oberbau mit verschiedenem Mineralbeton ausgebaut; für den Unterbau
benötigten wir 442 Tonnen und für den Oberbau 125 Tonnen.
Es wurde ein neuer Zaun entlang des Fest- und Sportplatzes am Fußgraben
errichtet. Ebenso wurde der Parkplatzstreifen entlang des Festplatzes bis zur
Duttenhurster Straße ausgebaut.
Auf dem neuen Festplatz konnte der Radsportverein 1984 sein 60jähriges
und der Männergesangverein sein 80jähriges Vereinsjubiläum feiern.
Im Frühjahr 1985 wurden entlang des Fußgrabens alle Sträucher
gepflanzt und die restlichen Pflanzbeete um die gesamte Anlage angelegt.
Ansonsten stand das Jahr 1985, außer den nicht unerheblichen Unterhaltungs-
und Wartungsarbeiten, ganz im Zeichen der Vorbereitungen für den Baubeginn
unseres Vereinsheimes. Dieser wurde, als 3. Bauabschnitt der Gesamtanlage, auf
den 22. März 1986 festgelegt.
Am 21. März 1986 war dann auch der erste Spatenstich.
Am 22. März 1986 wurde die Baugrube ausgehoben, und somit war auch Baubeginn.
Die Fertigstellung des Rohbaues mit Garage und Dacheindeckung war nach knapp
4 Monaten am 19. Juli 1986. An diesem Tage wurde auch das Richtfest gefeiert.
Bis dahin wurden 4838 ehrenamtliche Stunden erbracht.
Die Arbeiten gingen danach sofort im Innenausbau zügig weiter. So konnten
wir trotz eines harten und zähen Winters die Unterputzarbeiten Ende des
Jahres abschließen und am 2. Januar 1987 im ganzen Bau den Grundierputz
aufbringen.
Der Innenausbau im gesamten Gebäude war dann Anfang Juni soweit fortgeschritten,
daß wir das Gerüst für die Fassadenarbeiten der Maler und Gipser
stellen konnten.
Ab 1. Juli 1987 konnte schon mit der Außenanlage und dem Bau der Terrasse
begonnen werden. Zur gleichen Zeit wurden auch von unserem Künstler Georg
Notz die Bilder innen und außen gemalt.
Die letzten Tage waren alle Fachhandwerker und Helfer zum wiederholten Male
sehr stark gefordert, um die vielen, vielen Kleinarbeiten, die am Ende eines
jeden Neubaues stehen, zu erledigen. Dazu kamen zum Schluß auch noch viele
freiwillige Frauenhände, um das ganze Haus und das Inventar auf Hochglanz
zu bringen, damit es fristgerecht übergeben werden konnte.
Das Vereinsheim wurde am 8. August 1987 eröffnet und gesegnet seiner Bestimmung
übergeben.
Alle Helfer, Handwerksbetriebe, Planer und Statiker haben ohne einen Pfennig
Lohn gearbeitet; es waren insgesamt 13.392 Stunden während des Baus des
Vereinsheims vom 22. 3. 1986 bis 8. 8. 1987.
Die übrigen freiwilligen Stunden von 1978 bis 1998 wurden im einzelnen
nicht aufgeschrieben.
Insgesamt waren es 179 Helfer, die sich für den Bau der Sport- und Festplatzanlage
mit Vereinsheim eingesetzt haben.
Da fällt mir persönlich nur ein Wort ein: Danke
Alle haben sehr viel und vor allen Dingen sehr gute Arbeit geleistet. Dank auch
unserem Schöpfer, da die ganze Bauzeit unfallfrei verlief.
Von 1978-1998 galt es immer wieder, das Geschaffene zu hegen, zu pflegen, zu
unterhalten und zu erneuern. Dies tun jahrein und jahraus viele freiwillige
Helfer, auch dafür mein Dank .
Massenermittlungen
Vereinsheim:
9,5 Tonnen Betonstahl und Stahlmatten, 188 cbm Fertigbeton, ca. 25 qm
Beton selbst angemacht für Fundamente, Stürze, Treppen, Ringanker
und Stützen.
Die Eisenkörbe für die Fundamente, Stürze, Treppen, Ringanker
und Stützen wurden alle selbst gebunden, der längste war 14 m lang,
hat aber genau gepaßt.
Sand 19 LKW, Kies 12 LKW, Rollkies 12 LKW, Grubenkies 36 LKW, Riesel 11 LKW
455 Sack Grundierputz, ohne Fertigputz verschafft innen und außen
40 qm E-Strichmaterial selbst angemacht und eingebaut.
Es wurden über 21 cbm Holz im ganzen Haus verschafft und über 600
qm Wand und Bodenfliesen verlegt.
Beim Bier und beim Vesper habe ich die Massen nicht ermittelt, denn da wurde
nicht gespart, da ja alle Arbeiter und Handwerksbetriebe umsonst gearbeitet
haben.
Die unzähligen Meterzahlen von Installationsleitungen und die Kilometerzahlen
von Stromleitungen sollen nicht unerwähnt bleiben.
Die
Lagerhalle der Kartunger Vereine